Sylvia Sleigh

6. Oktober – 3. Dezember 2012

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Sylvia Sleigh, Ausstellungsansicht, Working at Home, 1969, 
Self-Portrait at Belsize Square, 1941, Paul Rosano with 
His Guitar
, 1973, Arakawa and Madeline Gins, 1971, 
Simona Morini and Fred Tuten, 1966 
Ausstellungsdesign: Martin Leuthold (Jakob Schlaepfer, SG)
Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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Sylvia Sleigh, Ausstellungsansicht, Paul Rosano Reclining, 1974, Bob Hock Standing, 1963-66, Paul Rosano with His Guitar, 1973, Betty Parsons, 1963, Joan of Arc with SS Michael and MargaretJoan Watts, 1985, The Avocado (Lawrence and Sylvia with Arthur the Avocado), 1966
Ausstellungsdesign: Martin Leuthold (Jakob Schlaepfer, SG)
Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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Sylvia Sleigh, Ausstellungsansicht, Paul Rosano with His Guitar, 1973, Northwestern University Group, 1977-80, Three Women (for cover of Time Magazine), 1972
Ausstellungsdesign: Martin Leuthold (Jakob Schlaepfer, SG)
Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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Sylvia Sleigh,  Ausstellungsansicht, Lawrence Reclining, 1949, Lawrence at Carbondale, 1967, The Avocado (Lawrence and Sylvia with Arthur the Avocado), 1966, Three Wome (for cover of Time Magazine), 1972

Ausstellungsdesign: Martin Leuthold (Jakob Schlaepfer, St.Gallen)

Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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Sylvia Sleigh, Felicity Rainnie Reclining, 1972 
Ausstellungsdesign: Martin Leuthold (Jakob Schlaepfer, SG) 
Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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Sylvia Sleigh, Ausstellungsansicht, The Crystal Palace, Sydenham: The Rape of Apollo, 1957-58, The Crystal Palace, Sydenham: Venus in the Grass, 1957, The Crystal Palace, Sydenham: The Departure, 1957 
Ausstellungsdesign: Martin Leuthold (Jakob Schlaepfer, SG)
Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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Sylvia Sleigh, Ausstellungsansicht, Stones from Southhold, Long Island 1,1970, Stones & Shells from Southhold, Long Island, 1972, Stones from Southhold, Long Island 4, 1970, Stones from Southhold, Long Island 7, 1970 
Ausstellungsdesign: Martin Leuthold (Jakob Schlaepfer, SG) 
Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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Sylvia Sleigh, Ausstellungsansicht, Max Warsh Seated Nude, 1998-2006, Zinnias from My Garden, 1967, Michael Greenwood Reclining, 1952, Still Life with Cupid in our Dining Room, Pett, c. 1952, Self-Portrait, Cropped, 107 Blackheath Park: The Red Dress, c. 1952 
Ausstellungsdesign: Martin Leuthold (Jakob Schlaepfer, SG) 
Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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Sylvia Sleigh, Ausstellungsansicht, Valentin Tatransky Tondo, 1980, Mel Pekarsky Tondo, 1977, Legend: Elaine Shipman, 1974, Demonstration Nude: Elaine Dufour, 1979
Ausstellungsdesign: Martin Leuthold (Jakob Schlaepfer, SG) 
Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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Sylvia Sleigh, Ausstellungsansicht, Pansy Violet, 1978, Pansy White & Purple, 1978, Pansy Orange, 1978, Francine du Plessix Gray, 1962 
Ausstellungsdesign: Martin Leuthold (Jakob Schlaepfer, SG) 
Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

Ausstellungsdesign: Martin Leuthold 
(Art Director, Jakob Schlaepfer, St.Gallen)


Eröffnung: Fr, 5. Oktober, 18 Uhr
Öffentliche Führungen: Di, 23. Oktober, 18 Uhr; So, 25. November, 15 Uhr
Kunst über Mittag: Do, 22. November, 12 Uhr


Die bisher umfassendste Retrospektive der Malerin Sylvia Sleigh (1916–2010) beinhaltet Arbeiten aus mehr als 60 Jahren künstlerischen Schaffens. Eine breitgefächerte Auswahl soll Sleighs Schaffen in ihrer Gesamtheit und Komplexität präsentieren. Neben Portraits sind in der Ausstellung mehrere Stillleben und Landschaften zu sehen, darunter ein Teil der selten gezeigten Serie der Parkansichten nahe dem niedergebrannten Kristallpalast in London aus den 1950er Jahren. Für die Kunst Halle Sankt Gallen ist es ungewöhnlich, die posthume Ausstellung einer Malerin zu zeigen, allerdings ist Sleigh heute eine interessante Position gerade für eine jüngere Künstlergeneration. Darüber hinaus lässt sich die liebevolle Aufmerksamkeit, die Sleigh in ihren Werken Texturen, Mustern und dekorativen Details geschenkt hat, gut in den Kontext von St. Gallen und seiner bekannten Textiltradition einbetten. Es war daher naheliegend, Martin Leuthold, den renommierten Textildesigner und Art Director von Jakob Schlaepfer, St. Gallen, für die Entwicklung des Ausstellungsdesigns einzuladen. Die neu produzierten Tapeten greifen Motive aus Sleighs Arbeiten auf, die in der Ausstellung nicht zu sehen sind. Die Inszenierung unterstreicht folglich Sleighs Interesse für das Textile und generiert ein Spannungsfeld. Sie verleiht der Retrospektive ausserdem einen Projektcharakter und wirft Fragen über die heutige Machart von Malereiausstellungen auf sowie über die Funktion einer Institution wie der Kunst Halle Sankt Gallen.

 

Sylvia Sleigh wurde in Wales geboren und lebte seit 1961 mit ihrem Mann Lawrence Alloway, dem berühmten Kurator am Guggenheim Museum, in den USA. Als der Feminismus in den frühen 70ern in den USA aufkam, etablierte sich Sleigh, die sich schon immer der Figuration gewidmet hatte, als herausragende Künstlerin, insbesondere durch das Malen von Portraits männlicher und weiblicher Modelle – teils als Akte, teils bekleidet. Die Modelle fand sie unter Schriftstellern, Schauspielern, Musikern und ihren Künstlerkollegen: So sind ihre Gemälde auch eine eindrückliche Abbildung der dynamischen Kunstszene der 1960er und 1970er Jahre in New York. In ihren Portraits kombinierte sie kühne Sinnlichkeit und einen lustvollen Blick mit persönlichem Feminismus, der sie direkt in einen Diskurs über Macht, Repräsentation und Gender einbindet. Dieser Diskurs, der als eine Erkundung der grundlegenden Richtlinien der traditionellen, akademischen Malerei betrachtet werden sollte, bedingt auch den Bruch mit einer offenbar festgefahrenen Machtbeziehung zwischen Künstler und Subjekt.

 

Obwohl Sleighs Arbeiten und ihre Motive durch einen zurückhaltenden formalen Konservatismus charakterisiert sind beinhalten sie doch verschiedene radikale Aussagen: Sleigh brachte ihre Akte häufig in Verbindung mit der grossen Tradition der Malerei – zum einen in Bezug auf die andauernde Gültigkeit und Ambition der Figuration und zum anderen als geistreiche und ironische Erinnerung an Werte, die abgelehnt oder in Sleighs Fall absichtlich auf den Kopf gestellt wurden (Linda Nochlin, Bathers, Bodies, Beauty: The Visceral Eye (2003)). Von besonderer Wichtigkeit ist Sleighs Einsatz für eine grössere Anerkennung von Künstlerinnen und eine Verbesserung ihrer finanziellen Situation sowie ihr Engagement in den 70er Jahren für New Yorker Galerien, die von Künstlern betrieben wurden. Erst seit Kurzem werden Sylvia Sleighs Arbeiten in eine wachsende Zahl von Ausstellungen einbezogen - nicht zuletzt aus dem Grund, dass erst im vergangenen Jahrzehnt grössere Ausstellungen über feministische Kunst realisiert wurden. Ein Beispiel ist ihre Teilnahme an der einflussreichen Wanderausstellung «WACK! Art and the Feminist Revolution» im Jahr 2007.

 

Die Retrospektive in der Kunst Halle Sankt Gallen ist der zweite Halt einer Wanderausstellung, die in Koproduktion mit dem Kunstnernes Hus, Oslo und dem Musée d’Art Contemporain de Bordeaux CAPC entwickelt wurde. Weitere Stationen sind die Tate Liverpool und das Centro Andaluz de Arte Contemporaneo, Sevilla. Sie soll dazu beitragen, Sleighs Werk auch in Europa eine grössere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und sie als bedeutende Position der jüngsten Kunstgeschichte einem breiten Publikum vorzustellen. 

 

 

Biografische Angaben:


Sylvia Sleigh (*1916 Llandudno, Wales/UK; †2010 New York/US) studierte an der Brighton School of Art in Sussex, England. Einzelausstellungen fanden u.a. in folgenden Institutionen und Galerien statt: Kunstnernes Hus, Oslo (2012); Freymond-Guth & Co. Fine Arts, Zürich (2010); I-20 Gallery, New York (2009/2007); The Hudson River Museum, Yonkers, New York (2006); SoHo20, New York (2004/1999/1985/1980/1973); Milwaukee Art Museum (1990); A.I.R. Gallery, New York (1978/1976/1975). Des Weiteren wurden ihre Werke in zahlreichen Gruppenausstellungen gezeigt, darunter: de Appel arts centre, Amsterdam; Freymond-Guth & Co., Zürich (2011); MoMA PS1, New York (2010/2008); Musée National des Beaux-Arts, Quebec (2009); A.I.R. Gallery, New York (2008/2000/1999/1998/1997); Museum of Contemporary Art, Los Angeles; National Museum of Women in the Arts, Washington (2007); Museum of Contemporary Art Chicago (1982); Whitney Museum of American Art, New York (1977/1974).

 

Martin Leuthold (*1953, Hegi-Winden, Schweiz) absolvierte eine Lehre als Stickereientwerfer. Seit 1973 ist er als Textilgestalter beim Unternehmen Jakob Schlaepfer in St. Gallen beschäftigt, einem international renommierten Hersteller innovativer Textilien für Mode und Innendekoration. Als Mitglied der Geschäftsführung und Art Director der Sparte Kreation ist Leuthold seit 1989 u.a. an der Entstehung zahlreicher neuer Verfahren zur Gestaltung von Textilien und an der Entwicklung des Laser- und Inkjet-Verfahrens zur Bedruckung von Textilien beteiligt. Auch mit dem innovativen Einsatz von Metallgarnen in Textilgeweben hat sich Leuthold einen Namen gemacht. Für sein textiles Schaffen wurde er bereits mit dem Swiss Design Award sowie dem renommierten amerikanischen Cotton Design Award ausgezeichnet.

 

 

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Marie Müller-Guarnieri-Stiftung, Office of Public Affairs, Embassy of the United States, Bern, Schweiz, sowie Women's Caucus for Art (WCA), New York, USA. Spezieller Dank an Jakob Schlaepfer, St. Gallen.

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