Sven Augustijnen
«SPECTRES»

13. August – 10. Oktober 2011

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Sven Augustijnen, Ausstellungsansicht, Photos prises par Jacques

Brassinne à Tshilatembo au Shaba (Katanga), le 18 juin 1988 /

Fotografien, aufgenommen von Jacques Brassinne in Tshilatembo

in Shaba (Katanga) am 18. Juni 1988, 2011

Courtesy Jan Mot, Brüssel

Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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Sven Augustijnen, Ausstellungsansicht, Photos prises par Jacques

Brassinne à Tshilatembo au Shaba (Katanga), le 18 juin 1988 /

Fotografien, aufgenommen von Jacques Brassinne in Tshilatembo

in Shaba (Katanga) am 18. Juni 1988, 2011

Courtesy Jan Mot, Brüssel

Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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Sven Augustijnen, Photos prises par Jacques Brassinne

à Tshilatembo au Shaba (Katanga), le 18 juin 1988 (detail) / 

Fotografien, aufgenommen von Jacques Brassinne in Tshilatembo 
in Shaba (Katanga) am 18. Juni 1988 (Detail), 
2011
Courtesy Jan Mot, Brüssel
Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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Sven Augustijnen, Photos prises par Jacques Brassinne

à Tshilatembo au Shaba (Katanga), le 18 juin 1988 (detail) / 

Fotografien, aufgenommen von Jacques Brassinne in Tshilatembo 
in Shaba (Katanga) am 18. Juni 1988 (Detail), 
2011
Courtesy Jan Mot, Brüssel
Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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Sven Augustijnen, Ausstellungsansicht

Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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Sven Augustijnen, Sélection de publications, bandes

sonores et photos de Jacques Brassinne / Auswahl von

Publikationen, Tonaufnahmen, Fotografien von Jacques

Brassinne, Sammlung Jacques Brassinne de La Buissière &

Sven Augustijnen
Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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Sven Augustijnen, Spectres, 2011, Courtesy Jan Mot, Brüssel
Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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Sven Augustijnen, Filmstill Spectres, 2011
Courtesy Jan Mot, Brüssel 

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Sven Augustijnen, Filmstill Spectres, 2011
Courtesy Jan Mot, Brüssel 

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Sven Augustijnen, Filmstill Spectres, 2011
Courtesy Jan Mot, Brüssel 

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Sven Augustijnen, Filmstill Spectres, 2011
Courtesy Jan Mot, Brüssel 

EröffnungFr, 12. August, 18 Uhr
Führungen: Di, 16. August, 18 Uhr und So, 25. September, 15 Uhr
Künstlerführung durch die Ausstellung: Fr, 9. September, 12 Uhr
Kunst über Mittag: Do, 18. August, 12 Uhr 

 

Filmvorführungen Spectres im Kinok 
(Lokremise, Grünbergstrasse 7, St. Gallen)
Mi, 17. August, 20.30 Uhr
So, 28. August, 20 Uhr
Do, 8. September, 17.30 Uhr / Anschliessend: Gespräch mit Sven Augustijnen und Giovanni Carmine, Direktor Kunst Halle Sankt Gallen

 

Spectres ist ausserdem dreimal täglich in der Ausstellung zu sehen: 
Dienstag bis Freitag: 12 Uhr / 14 Uhr / 16 Uhr
Samstag und Sonntag: 11 Uhr / 13 Uhr / 15 Uhr   


Ist es möglich, Geschichte als objektive Entität zu rekonstruieren? Oder verhindern das unzulängliche Erinnerungsvermögen des Menschen, sein Narzismus und der Wille zur Manipulation dies? Bleibt Objektivität stets nur ein ethischer Wunsch?

 

Diese Fragen stehen im Zentrum der Ausstellung des in Brüssel lebenden Künstlers Sven Augustijnen (*1970) und seinem ungewöhnlichen filmischen Essay Spectres. Zugleich Dokumentation, Portrait und Thriller bezieht dieser nie Stellung, sondern lässt verschiedene Stimmen zu Wort kommen und vermischt dabei Journalismus, Politik und Geschichtswissenschaft. Konzeptueller Ausgangspunkt für Augustijnen sind Karl Marx' Aufenthalt in Brüssel, während dem er das Kommunistische Manifest geschrieben hat, und dessen Einfluss auf den Kronprinzen (den späteren Leopold II), der ein Jahr nach Marx‘ Tod den Kongo annektierte. Die Kunst Halle Sankt Gallen freut sich, den gemeinsam mit anderen europäischen Institutionen produzierten Film nun seinem Publikum zu präsentieren - sowohl in ihren Räumlichkeiten als auch im Kinok in der Lokremise.

 

Protagonist von Spectres ist Jacques Brassinne de la Buissière, der 1961 - im Jahr der Exekution von Patrice Lumumba, dem ersten Ministerpräsidenten des unabhängigen Kongo - als Mitglied der belgischen Regierung in dem noch jungen Staat tätig war. Die genauen Hintergründe dieser Hinrichtung und die Verantwortlichen sind bis heute nicht bekannt und Gegenstand von Spekulationen und Verschwörungstheorien. Durch die Figur des 80jährigen Brassinne - der jahrelang Forschung zum Tod Lumumbas betrieben und unter anderem ein Buch über die letzten 50 Tage des Politikers geschrieben hat - analysiert der Film die Themen Geschichte und Geschichtsschreibung und veranschaulicht, wie diese immer von einer subjektiven Wahrnehmung beeinflusst wird. Eine 100-minütige spannungsvolle Reise führt zu verschiedenen Orten in Belgien und im Kongo und zu den Personen, die diesen historischen Moment geprägt haben, und lassen die Ereignisse für den Zuschauer nochmals aufleben.

 

Der Film ist eingebettet in eine Ausstellung, die fotografische Arbeiten und dokumentarisches Material zu den Geschehnissen um die Ermordung Lumumbas versammelt und einen vertieften Umgang mit der Thematik ermöglicht. Eine zentrale Rolle spielt der Baum, an dem Lumumba erschossen wurde und den Brassinne in den 80er Jahren fotografisch dokumentiert hat. Dieser existiert heute physisch nicht mehr, sondern nur noch als Mythos und Symbol. Zusammen mit der Kunstgiesserei St. Gallen arbeitet Augustijnen derzeit an der Rekonstruktion des Baumes. Erste Spuren dieses Prozesses, der irgendwann in der Realisation eines Denkmals münden könnte, sind neben den Fotografien Brassines zu sehen.

 

Mit Sven Augustijnens Ausstellung und seinem Interesse am Kolonialismus und dessen Folgen will die Kunst Halle einen kleinen Beitrag zum postkolonialistischen Diskurs leisten, und damit auch zur kritischen Analyse des ökonomischen Systems Europa. 

 

Spectres ist in Zusammenarbeit mit dem Wiels Contemporary Art Centre in Brüssel sowie de Appel in Amsterdam entstanden. Der Film wird noch bis Ende Juli in Wiels, im Oktober in der Kunsthalle Bern und von November bis Januar in Amsterdam gezeigt. Er wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter beim 22. Festival international du documentaire de Marseille.

Zur Ausstellung ist eine umfangreiche Publikation mit Dokumenten, Fotografien und Texten erschienen.

 

 

Biografische Angaben: 


Sven Augustijnen studierte an der Royal Academy of Fine Arts Antwerpen, am Hoger Sint-Lukas Instituut in Brüssel und der Jan van Eyck Academie in Maastricht. Einzelausstellungen des Künstlers fanden u.a. im Wiels Contemporary Art Centre, Brüssel (2011), in der Galerie Jan Mot, Brüssel (2008) und im Argos, Brüssel (2004) statt. Des weiteren war er an diversen Gruppenausstellungen beteiligt, darunter in folgenden Institutionen und Galerien: MuHKA, Antwerpen; Kunsthalle Bern (2010); De Hallen, Haarlem (NL); Kunsthalle Basel; Shanghai Art Museum; National Museum, Singapur; Tate Modern, London; Ernst Museum, Budapest; Contemporary Art Museum St. Louis (US) (2009); Württembergischer Kunstverein, Stuttgart; Museion, Bolzano (IT)(2008); Old Embassy, Tokyo; Vakgroep Architectuur en Stedebouw, Ghent (BE); CC Strombeek (BE); Ruimte voor actuele Kunst, Antwerpen (BE); Deuxièmes Rencontres Internationales du Film Documentaire, Doc à Tunis (TN); Kunst op de Wei / Rock Werchter, Werchter (BE); Museum für Gegenwartskunst, Siegen; CAAC, Sevilla; Documenta Magazines, Kassel (2007); Centre d’Art Contemporain, Fribourg (CH); Université de Luxembourg; CGAC Centro Galego de Arte Contemporánea, Santiago de Compostela; Freestate, Ostend (BE) (2006).

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