SILVIE und CHÉRIF DEFRAOUI
«Bilderstreit»

21. Februar – 15. März 1987

Silvia und Chérif Defraoui «Bilderstreit», Ausstellungsansicht, 1987. Photo: Kunst Halle Sankt Gallen

Silvia und Chérif Defraoui «Bilderstreit», Ausstellungsansicht, 1987. Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Georg Rechsteiner

kuriert von Corinne Schatz

In der Werkgruppe mit dem Titel «Bilderstreit» greifen Silvie und Chérif Defraoui einerseits die Thematik des historischen Bilderkrieges auf, andererseits kommt darin die Problematik einer künstlerischen Arbeit zum Ausdruck, in der sich zwei Persönlichkeiten mit verschiedenen geprägtem Ansatz, verschiedener Sprache und kulturellen Herkunft zur gemeinsamen Reflexion über die Bedeutung des Bildes zusammenschliessen. In den 'Orten der Erinnerung' (loci memorandi), der von der antiken Rhetoriklehre entwickelten Mnemotechnik, fanden die Defraouis die Möglichkeit, diese beiden Gegensätze zu vereinen. Diese Technik, mit der das Erinnerungsvermögen geübt werden kann, beruht auf der Theorie, dass der Gesichtssinn stärker entwickelt ist als unsere anderen Sinne, und dass gewisse Orte und Bilder Assoziationen wachrufen, die unser Gedächtnis aktivieren.


Silvie Defraoui (*1935, St.Gallen/CH) und Chérif Defraoui (1932, Genf/CH – 1994, Vufflens-Le-Château/CH) arbeiteten zwischen 1975 bis 1994 zusammen.

Zurück